BAUDS News · Digitalisierung im Handwerk
Baurobotik: Fehlende digitale Daten bremsen den Einsatz
Bei der Jahrestagung Bau von Austrian Standards rückte eine grundlegende Hürde für Roboter und KI in den Fokus: Auf Baustellen fehlen häufig maschinenlesbare Daten.
Von Oliver Schober · Meldung vom · Veröffentlicht · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

Zwischen digitalem Modell und Baustelle klafft eine Lücke
Drohnen, Bauroboter und künstliche Intelligenz waren Thema der Jahrestagung Bau von Austrian Standards in Kooperation mit der Bundesinnung Bau am 20. Oktober 2026. Rund 250 Personen nahmen vor Ort und online teil. Im Mittelpunkt stand dabei nicht allein die verfügbare Technik, sondern eine Voraussetzung für ihren Einsatz: digital verwertbare Informationen aus dem Baugeschehen.
Laut dem bereitgestellten Aussendungsauszug schätzt Sigrid Brell-Cokcan von der RWTH Aachen, dass auf Baustellen höchstens zehn Prozent der Daten digital lesbar sind. Diese Angabe ist eine Einschätzung der Expertin, keine im Treffer ausgewiesene flächendeckende Erhebung. Sie beschreibt dennoch die zentrale Herausforderung der Veranstaltung: Während Planung und Gebäudebetrieb bereits mit digitalen Modellen arbeiten, fehlt auf der Baustelle vielfach die anschlussfähige Datengrundlage.
Maschinenlesbare Normen als Baustein
Die Tagung behandelte Praxisbeispiele für Drohnen, 3D-Betondruck und KI im Gebäudebetrieb. Thomas Mühl, Director Standards bei Austrian Standards, verwies außerdem auf sogenannte SMART Standards. Gemeint sind Normen in maschinenlesbarer Form, deren Inhalte Software, BIM-Modelle und KI-Systeme verarbeiten können.
Karl Glanznig, Geschäftsführer von Glanznig Bau und Vorsitzender des Baunormen-Ausschusses bei Austrian Standards, betonte die notwendige Praxistauglichkeit neuer Technologien. Technische Verfügbarkeit allein ist demnach noch keine ausreichende Antwort auf konkrete Baustellenprobleme.
Was bedeutet das in der Praxis?
Für österreichische Bauunternehmen und Auftraggeber legt die Diskussion nahe, Digitalisierungsprojekte nicht ausschließlich als Anschaffung neuer Geräte zu betrachten. Vor einem Pilotversuch bieten sich insbesondere folgende Prüffragen an:
- Welche benötigten Baustellendaten liegen bereits digital lesbar vor?
- Können die vorgesehenen Programme und Geräte diese Informationen tatsächlich verarbeiten?
- Welches konkrete Problem soll der Einsatz einer Drohne, eines Roboters oder einer KI-Anwendung lösen?
- Wie werden Praxistauglichkeit und Wirtschaftlichkeit beurteilt?
Der Nachrichtenwert liegt damit weniger in einem weiteren Technikversprechen als in einer konkreten Umsetzungshürde. Der Aussendungsauszug nennt allerdings keine gemessenen Einsparungen der vorgestellten Anwendungen. Daraus lässt sich weder eine pauschale Kostenreduktion noch eine allgemeine Einsatzreife für jede Baustelle ableiten.
Quellen
Eigener BAUDS-Beitrag auf Basis dieser Quellen. Bild KI-generiert.
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