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TU-Wien-Studie: Hohe Recyclingquote allein reicht nicht
Eine von Strabag beauftragte Studie der TU Wien zeigt ungenutzte Materialpotenziale im österreichischen Bauwesen. Neben Bodenaushub rückt die Wiederverwendung tragender Bauteile in den Fokus.
Von Oliver Schober · Meldung vom · Veröffentlicht · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

Verwertet ist nicht gleich im Kreislauf geführt
Betonabbruch als Tragschicht und Asphalt zurück in der Mischanlage: Solche Verwertungswege sind in der Bauwirtschaft etabliert. Ob dabei ein hochwertiger Materialkreislauf entsteht, lässt sich jedoch nicht allein an der Verwertungsquote ablesen. Darauf verweist eine von Strabag beauftragte Studie der TU Wien, über die REPORT berichtet.
Entscheidend ist demnach, welche Materialqualität erhalten bleibt und welche Primärrohstoffe tatsächlich ersetzt werden können. Die Untersuchung betrachtet deshalb nicht nur Recycling, sondern auch die Wiederverwendung ganzer Bauteile und den längeren Erhalt bestehender Bauwerke.
Besonders große Lücke beim Bodenaushub
Für 2024 nennt der Bericht rund 38 Millionen Tonnen Bodenaushub in Österreich. Davon wurden 21,4 Prozent stofflich verwertet und 59,6 Prozent deponiert.
Dem steht ein deutlich höheres grundsätzliches Potenzial gegenüber: Nach einer in der Studie zitierten Einschätzung des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe wären rund 90 Prozent wiederverwertbar. Diese Einschätzung ist allerdings nicht mit einer bereits nachgewiesenen wirtschaftlichen Verwertung jedes einzelnen Aushubmaterials gleichzusetzen.
Weitere Ansatzpunkte der Untersuchung sind:
- **Tragende Bauteile wiederverwenden:** Gerade bei Primärkonstruktionen sehen die Forschenden einen großen Hebel.
- **Bauwerke länger erhalten:** Auch die Nutzungsdauer gehört zur Betrachtung geschlossener Materialkreisläufe.
- **Öffentliche Beschaffung gezielter ausrichten:** Empfohlen werden materialspezifische, realistische Mindestquoten für Recycling und Wiederverwendung.
Was bedeutet das in der Praxis?
Für Auftraggeber und ausführende Betriebe lenkt die Studie den Blick auf die Planung: Nicht nur die spätere Abgabe eines Materials zur Verwertung zählt, sondern auch dessen mögliche nächste Verwendung.
Als Prüffragen für Projekte ergeben sich daraus: Welche Bauteile könnten erhalten bleiben? Wo kommt Wiederverwendung statt bloßer Materialaufbereitung infrage? Welche Nachweise sind dafür erforderlich?
Der Bericht betont, dass die Wirtschaftlichkeit von Planung, Nachweisen und der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus abhängt. Eine hohe Verwertungsquote ist damit ein wichtiger Kennwert, aber noch kein ausreichender Beleg für einen gut geschlossenen Baustoffkreislauf.
*Quellenbasis: der bereitgestellte Suchauszug des REPORT-Beitrags vom 28. Oktober 2026.*
Quellen
Eigener BAUDS-Beitrag auf Basis dieser Quellen. Bild KI-generiert.
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