BAUDS News · Bauen & Sanieren
Tirol plant 27 Erleichterungen im Baurecht
Tirol schickt ein Gesetzespaket zur Vereinfachung des Baurechts in Begutachtung. Geplant sind unter anderem Erleichterungen für Um- und Zubauten sowie bessere Möglichkeiten für thermische Sanierungen.
Von Oliver Schober · Meldung vom · Veröffentlicht · Aktualisiert · 2 Min. Lesezeit

Tirol will Bauverfahren vereinfachen
In Tirol steht eine Überarbeitung mehrerer für Bauvorhaben relevanter Landesgesetze an. Nach einer Mitteilung des Landes vom 28. September 2026 soll das Tiroler Baurechts-Deregulierungsgesetz noch in derselben Woche in Begutachtung gehen. Das Paket umfasst 27 gesetzliche Erleichterungen. Ein Beschluss durch den Tiroler Landtag ist noch für 2026 vorgesehen.
Wichtig für die Einordnung: Die Meldung beschreibt ein geplantes Gesetzesvorhaben, nicht bereits geltende Erleichterungen. Begutachtung und angestrebter Landtagsbeschluss sind die angekündigten Schritte.
Fünf Landesgesetze sind betroffen
Die Änderungen sollen in einem Sammelgesetz gebündelt werden. Betroffen sind:
- die Tiroler Bauordnung,
- das Tiroler Raumordnungsgesetz,
- das Tiroler Gas-, Heizungs- und Klimaanlagengesetz,
- das Tiroler Stadt- und Ortsbildschutzgesetz,
- das Tiroler Aufzugs- und Hebeanlagengesetz.
Das Land verbindet damit mehrere Ziele: Bauverfahren und Genehmigungen sollen weniger aufwendig werden und schneller ablaufen. Zugleich sollen die Kosten für Bauvorhaben sinken und sowohl Bauwerber als auch Behörden entlastet werden. Leistbarer Wohnraum soll leichter entstehen können, ohne die angestrebten hohen Anforderungen an Sicherheit und Qualität aufzugeben.
Schwerpunkt auf bestehenden Gebäuden
Besonders hervorgehoben werden geplante Erleichterungen für Um- und Zubauten. Damit soll die Grundlage für eine gesonderte Bauordnung für Bestandsbauten entstehen.
Auch energetische Maßnahmen gehören zu den angekündigten Schwerpunkten. Das Paket soll die Möglichkeiten für thermische Sanierungen verbessern. Dasselbe gilt für Maßnahmen gegen eine zu starke Erwärmung von Gebäuden im Sommer.
Was bedeutet das in der Praxis?
Für Auftraggeber und ausführende Handwerksbetriebe ist die Ankündigung vor allem bei Vorhaben an bestehenden Gebäuden relevant. Umbauten, Erweiterungen und thermische Sanierungen zählen ausdrücklich zu den Bereichen, in denen Vereinfachungen vorgesehen sind.
Für die weitere Projektplanung bleibt jedoch die Unterscheidung zwischen politischen Zielen und geltendem Recht entscheidend: Aus der angekündigten Begutachtung ergibt sich noch keine bereits nutzbare neue Genehmigungsregel. Die Mitteilung nennt weder ein konkretes Inkrafttretensdatum noch die einzelnen Voraussetzungen für die angekündigten Erleichterungen. Ob und unter welchen Bedingungen ein bestimmtes Vorhaben davon profitieren kann, lässt sich daraus deshalb noch nicht ableiten.
Dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.
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